„Auch wenn alles einmal aufhört - Glaube, Hoffnung und Liebe nicht. Diese drei werden immer bleiben; doch am höchsten steht die Liebe.‟

Die Bibel: 1. Kor. 13, 13

 

Liebe

1. Korinther 13, 4-8

Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich. Sie kennt keinen Neid, sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet. Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie verliert nicht die Beherrschung , sie trägt keinem etwas nach. Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit.  Alles erträgt sie, in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand.

Die Liebe vergeht niemals.

Der christliche Glaube basiert darauf, dass Gott als Schöpfer des ganzen Universums außerhalb unseres Systems steht! Wenn wir versuchen Liebe Gottes zu erklären oder gar greifbar machen wollen, geraten wir schnell an unsere Grenzen. Doch gerade weil diese Liebe nicht von dieser Welt ist, unsere Welt jedoch dringend göttlicher Liebe bedarf, wollen wir als Christen dazu beitragen, dass echte Liebe möglich wird. Wir handeln in dem Bewusstsein, dass wir aus Gnade leben. Christen sind nicht fehlerlos. Sie haben die Liebe Gottes erfahren, haben Jesu Tod am Kreuz als bedingungslose Liebe zu den Menschen angenommen und Ja gesagt. Ja zu einem Veränderungsprozess des Herzens und des Charakters, um Gottes Liebe auf dieser Welt ein Stück sicht- und spürbarer werden zu lassen.

Auch, wenn das Wort Liebe in unserem Sprachgebrauch allgegenwärtig ist, fällt uns eine spontane Erklärung nicht leicht. Liebe kann als alleinstehender Begriff auch nicht verstanden und schon gar nicht abschließend definiert werden. Erklärung bietet uns die Dreiteilung Platons, die Liebe in drei Bereiche gliedert.

·        So bezeichnet Éros die sinnlich-erotische Liebe, das Begehren des geliebten Objekts, den Wunsch nach Geliebt-Werden und die Leidenschaft.

·        Mit Philía bezeichnet man die Freundesliebe, eine Liebe auf Gegenseitigkeit, die auf Anerkennung dem gegenseitigen Verstehen basiert.

·        Agápe – bezeichnet die selbstlose und fördernde Liebe, auch die Nächsten- und „Feindesliebe“, die das Wohl des Anderen im Blick hat.

Die Bibel spricht im Neuen Testament von der Agápe  Liebe. Im neutestamentlichen Griechisch bedeutet Agápe  ohne Ausnahme Gottes reine und göttliche Liebe. Agápe  ist also eine bedingungslose, einseitige, befreiende, auf andere zentrierte Liebe.  

Während wir Menschen ganz selbstverständlich Liebe an Bedingungen knüpfen, ermöglicht uns der Blick auf den biblischen Liebesbegriff ganz neue Erkenntnisse. Wir lernen, dass Agápe, Gottes Liebe viel mehr ist als das was wir vielfach unter christlicher Liebe verstehen. Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, bekommen Menschen gut ohne Christentum zustande. Gott geht es natürlich darum, dass Liebe tätig wird, dass Menschen einander in Liebe unterstützen und in der Not für den Anderen da sind. Doch bietet er uns viel mehr. Ihm geht es um den Geist der uns treibt, das Herz, was Menschen füreinander haben!

Im obigen Bibeltext wird das Wesen Gottes beschrieben. Diesen Anspruch an Liebe können wir nicht immer erfüllen, wir bleiben Menschen. Doch dürfen wir diese Definition des Wortes Gottes mit der Sehnsucht unseres Herzen betrachten, um dann zu fragen: Will ich diese Liebe nicht erfahren und weitergeben, mich auf eine neue Qualität in meinen Liebesbeziehungen einlassen? 

Diese Liebe ist geduldig und freundlich. Sie kennt keinen Neid, sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet. Sie ermöglicht ein menschliches Miteinander ohne sich wichtig zu nehmen oder eingebildet zu sein. Diese Liebe macht selbstkritisch und ermutigt sich zu hinterfragen.

Liebe Gottes verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie verliert nicht die Beherrschung, sie trägt keinem etwas nach. Sie ist die Fähigkeit, mit anderen Menschen in Kontakt zu stehen, ohne sie zu brüskieren oder zu beschämen oder ihnen unangemessen nahe zu treten. Eine Liebe die lehrt eigene Grenzen zu respektieren und die Grenzen des Anderen zu sehen und zu achten. Mit dieser Liebe gelingt es Altes hinter sich lassen, ehrlich darüber zu trauern wo Lieblosigkeiten erlebt wurden und sie hält aus Verletzungen anzuerkennen, um sie verheilen zu lassen.

Diese Liebe freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit. Göttliche Liebe ist nicht blind, sie nimmt Unrecht wahr und packt es auf den Tisch, um mit Abstand zu betrachten und Lösungen zu finden.

Alles erträgt diese Liebe, in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand. Liebe Gottes wird auch durch aushalten und ertragen sichtbar und sie gibt niemand als hoffnungslos auf.

(Michael Heinze, 21.06.2011)